Setzte
Bodo Hombach den Jürgen Peters auf die Abschussliste?WAZ contra IG-Metall Wie prominente Agenda 20/10 Kritiker jetzt mundtot gemacht werden sollen Als langjähriger IG-Metaller muss ich jetzt für unseren neuen Bundesvorsitzenden eine Lanze brechen. Jürgen Peters ist der beste Mann für dieses Amt, den man sich zur Zeit überhaupt vorstellen kann. Dieser Mann verdient wirklich eine Chance, Loyalität und Unterstützung. Ich halte es für absolut unfair, dass jetzt einige versuchen Peters fertigzumachen! Jürgen Peters hat nichts anderes getan als sich eine Wohnung zu kaufen. Keine Luxusbleibe: Sondern eine sanierungsbedürftige, denkmalgeschützte Immobilie. Die Fakten: Peters hat mit sieben anderen Leuten in Hannover zwei ziemlich heruntergekommene Villen gekauft, die zusammen 690.000 Euro gekostet haben. Nach Adam Riese macht das pro Mann und Maus ca. 90.000 Euro Eigenanteil. Weder vom Vorgang noch vom Preis her kann da von irgendeinem Skandal die Rede sein. Frage: Darf ein IG-Metall-Chef sich keine Wohnung mehr kaufen, renovieren und bewohnen ohne dass Reporter Böses unterstellen? Soll Jürgen Peters draussen im Zelt oder unter einer Brücke schlafen? Sicherlich mit Steinkühler und Zwickel hatte die IG-Metall Pech gehabt. Der eine spekulierte mit Insiderwissen, der andere ist angeklagt wegen Untreue. Aber der "Fall Peters" liegt doch gewaltig anders, es gibt keinen einzigen Beweis für irgendwelche Ungereimtheiten! Allerdings kann man viel unterstellen, wenn man Peters Böses will. Aber bietet nicht jeder Immobilienkauf oder jeder Bau eines Eigenheimes die besten Vorlagen für böse Spekulationen jeglicher Art? Es wundert doch sehr, dass ausgerechnet die WAZ sich zum grossen Ankläger aufschwingt. Ist nicht auch der WAZ-Geschäftsführer, Bodo Hombach, ein gebranntes Kind? War es nicht der SPD-Landesminister für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr in NRW, Bodo Hombach, der fast über den Bau seines extravaganten Eigenheimes stürtzte. War es nicht der spätere SPD-Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes, Bodo Hombach, der nur ganz knapp die wilden Beschuldigungen widerlegen konnte, die beinahe seine ganze Existenz vernichtet hätten? Gerade der WAZ-Geschäftsführer, Bodo Hombach, und die ganze WAZ-Redaktion müssten eigentlich wissen, wie schnell die Karriere eines völlig Unschuldigen vernichtet ist. Trotzdem
widmete die WAZ dem "Fall Jürgen Peters" gestern fast eine
ganze Seite voller wilder Spekulationen und Polemik. Die Redakteurin stellte
in dem zum Teil rührseligen Artikel Jürgen Peters als hartherzigen
Schurken dar, der sogar nicht davor zurückschreckt eine alte schwer
kranke Mieterin auf die Strasse zu schmeißen. Ich frage mich: "Was
steckt hinter dieser üblen Anmache?"Meine Antwort: Tatsache ist doch, dass erst seit die Gewerkschaften auf Gegenkurs zum SPD-Reformkurs gingen und offen gegen die Agenda 20/10 protestierten, plötzlich sich deren Funktionäre auf der WAZ-Abschussliste wiederfinden. Jürgen Peters ist einer der schärfsten Kritiker des Bundeskanzlers und hier schliesst sich der Kreis. Es kommt der WAZ nicht darauf an eine Immobilien-Affäre aufzudecken, sondern den guten Ruf eines prominenten Kritikers der Bundesregierung zu beschädigen. Früher als zwischen Gewerkschaften und SPD noch alles im Lot war, war die WAZ im Verschweigen und im "unter dem Teppich kehren" ein Meister, wenn Gewerkschaftsfunktionäre sich in Affären verstrickten. An die Ludger Hinse Affäre sei erinnert. Der IG-Metall Bevollmächtigte von Bochum stand auf der Sponsorenliste von der Adam Opel AG, die dem "Hobbykünstler" teuere Ausstellungen finanzierte. Das war ein Riesenskandal! Von der WAZ berichtete niemand darüber. Im Gegenteil: Die WAZ war voll des Lobes für den Genossen, die Kulturredaktion überschlug sich regelrecht vor Begeisterung. An diesem Beispiel zeigt sich die ganze Heuchelei und die Doppelmoral des WAZ/SPD-Medienkonzerns. Ich bitte daher alle Menschen guten Willens nicht auf diese üble Propaganda hereinzufallen und sich gut zu informieren bevor man sich ein Urteil bildet und den Stab über Jürgen Peters bricht. So dies ist meine Meinung. Ich bedanke mich für Ihre Zeit mit der provokativen Frage: Wer untersucht eigentlich mal den Häuserkauf von Gerhard Schröder? (zufälliger Weise ebenfalls in Hannover) Da liesse sich doch bestimmt auch was konstruieren, wenn man nur wollte? Spätestens wenn die SPD den Kanzler loswerden will, wird man in der WAZ mehr davon lesen. Wetten, Bodo Hombach? Ferdinand Guhl, Bochum, 04.11.2003 |