Hauptsitz des IG-Metallbevollmächtigten
und gleichzeitig Kontaktadresse für den "Künstler"???
Aus
dieser Tatsache entsteht der Eindruck, dass beide Berufe, die Herr Hinse
ausübt, den Künstler-Job und den Gewerkschafts-Job, doch nicht
so sauber voneinander getrennt sind wie es eigentlich jeder erwartet hätte,
der bislang Ludger Hinses Unschuldsbeteuerungen Glauben schenkte. Folgerichtig
muss man annehmen, dass auch die IG-Metall Herrn Hinses Künstlerkarriere
unterstützte, zumindest aber gestattete, dass Herr Hinse Einrichtungen
der IG-Metall nutzen konnte um Kundenkontakte zu schliessen, Sponsoren Gespräche
oder Verhandlungen mit Galerien zu führen und auch Besuche zu empfangen,
die seinem künstlerischen Streben nützten. Bezahlt wurde dies
durch die Beiträge der IG-Metall-Mitglieder und Arbeiter.
Kurioser
Weise wäre sogar denkbar, dass die Opel AG direkt mit Herrn Hinse die
Modalitäten für die Kunstausstellung
in Rüsselsheim absprach, während Hinse an seinem Schreibtisch
des IG-Metall Chefs von Bochum gesessen haben könnte. Angesichts
der vielen Fehler und Missverständnisse, im Umgang mit seinem Künstlerberuf,
hat der IG-Metallchef selbst dafür gesorgt, dass sein Treiben zusehends
kritischer beäugt wurde und dass mancher empörter (Opel-)Arbeiter
sich mit harscher und ungebührlicher Kritik Luft gemacht hat. Diese
in der Wortwahl nicht gerade zimperlichen Kritik, die ja wohl einem Gewerkschaftsführer
nicht fremd sein dürfte, als rechtsradikale Propaganda zu diffamieren,
macht Hinses Realitätsverlust in dieser Affäre deutlich.
Eine Fallstudie für den Aufstieg und Niedergang eines gerechten Mannes, der sein Amt letztendlich als sein Eigentum betrachten musste und durch die masslose Eitelkeit eine internationale Künstlerkarierere erzwingen zu wollen, an seinem Grössenwahn und nicht zuletzt an seinem bescheidenen Talent einfach scheiten musste. Manuela Mahlzahn, Bochum, 19.01.2001/25.04.2001 |
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