Glanz in der Hütte! Stadt lässt sich nicht lumpen!
Saftige Gage für TV-Star?
Corinna Harfouch Juryvorsitzende des Peter-Weiss Preises 2002

In diesem Jahr schmückte sich die Jury des Bochumer Peter-Weiss Preises mit einem leibhaftigen TV-Star. Mit Frau Corinna Harfouch, der kühlen Blonden mit der grossen Nase.

Der Name des diesjährigen Gewinners des mit 25.000 DM ausgelobten Preises geriet angesichts dieses Engagements völlig in den Hintergrund. Motto, wenn schon den Gewinner niemand kennt, soll zumindest die Juryvorsitzende etwas Glanz in die bescheidende Hütte bringen. Diesem Ziel gehorchend liess sich die Stadt nicht lumpen.

Über das Honorar des TV-Stars wird verschämt geschwiegen. Experten gehen von einer fünfstelligen Summe aus, in ähnlicher Höhe wie das Preisgeld, das sich ein gewisser Harun Faroki in den nächten Tagen an der Museumskasse abholen darf, als Dank für Dokumentarfilmchen die kein Mensch je sah.

Nicht nur Neider glauben, dass da die Relationen, in welcher Höhe Steuergelder an Prominente + "Künstler" verschenkt werden, nicht mehr stimmen.

Die Politik sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob der völlig unbedeutende Peter-Weiss-Preis nicht endlich zu Grabe getragen werden sollte. Der teure und untaugliche Versuch mit Corinna Harfouch diesen Preis ein wenig aufzupolieren, ist eine Ohrfeige für Bochums Bürger, die zum grössten Teil für ihren Lebensunterhalt hart arbeiten müssen und für solche großzügigen Geschenke aus dem Stadtsäckel kein Verständnis haben dürften. 

Der MB-Kultur-Kritiker, Bochum, 12.06.2002